Black Music - Definition und Wurzeln

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Black Music, ein Synonym für Afroamerikanische Musik, ist der Oberbegriff für all jene Musikkulturen, die sich in Amerika und in der Karibik durch den Einfluss der verschleppten afrikanischen Sklaven entwickelt haben. Die Negersklaven gaben sowohl der Musik als auch ihrer Benennung Tradition und Farbe. Black Music ist in der Synopsis ein tönendes Geschichtsbuch, das von menschlichem Unrecht, Leid, Not, Widerstand, Stolz, Befreiung und Versöhnung erzählt.

Die afrikanische Musiktradition ist geprägt vom alltäglichen Einsatz bei Jägern und Sammlern. Die Kommunikation muss hier oft ohne Sichtkontakt und dennoch präzise funktionieren – das Überleben kann schließlich davon abhängen. Die Menschen rufen einander, fragen und antworten sich. Dabei verstärken und begleiten sie das gesprochene Wort durch eine rhythmische klangscharfe eindeutige Tonalität. So kann die akustische Botschaft die langen Distanzen zwischen Sender und Empfänger ohne Signalverlust oder Verzerrung überwinden.

Aus diesem Grund wird jede afroamerikanische Musik stark durch Frage- und Antwortmotive bestimmt. Weitere Merkmale sind die Dominanz von Schlag- und Effektinstrumenten, Polyrhythmik, Polyphonie und Synkopierungen. Oft werden Themen (Akkorde) aufgegriffen und durch Improvisationen variiert. Bei Gesangseinlagen finden sich häufig Gaumenlaute und Kehllaute sowie „hineingeworfene“ Gesänge. Viele Interpreten kultivieren eine Fistelstimme, produzieren häufig verminderte Töne (Blue Notes) und extemporieren auf einer einzigen Silbe.

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