Black Music - Geschichte und Vertreter

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Worksongs
Im 17. Jahrhundert nahm die Tragik ihren Lauf: Westafrikaner wurden brutal gefangen und in die damaligen Südstaaten verschleppt, um dort als Sklaven zu dienen. Bei der Sklavenarbeit auf den Baumwollfeldern wurden die Worksongs geboren: Die Keimzelle der Black Music. Als improvisierter Wechselgesang zwischen Vorsänger und Gruppe diente der Worksong sowohl der Verständigung als auch der Abwechslung bei der monotonen Arbeit und dürfte den grausam entwurzelten Menschen eine gewisse emotionale Wärme geschenkt haben.

Spirituals
Durch das verständlicherweise immense Bedürfnis nach Schutz und Hoffnung entstanden zeitgleich mit den Worksongs die Spirituals. Deren religiöse Texte behandelten die grauenvollen Lebensumstände in der Sklaverei und machten zugleich Hoffnung auf eine glückliche Befreiung durch den Glauben an Gott. Das Spiritual „Go, Tell It On The Mountains“ hat die Zeiten überdauert.

Gospels
Die Spirituals fanden mit den Jahren konsequenterweise als Gospels (von engl.: Evangelium) ihren Eingang in die praktizierte Geistlichkeit. Gospels waren die religiöse Musik afroamerikanischer Kirchengemeinden und wurden bei Gottesdiensten gesungen. Ein erstes Kirchengesangsbuch dieser Zeit stammt von Philipp P. Bliss: „Gospel Songs, A Choice Collection Of Hymns And Tunes“ (1874). Der wohl bekannteste Gospel-Titel ist „Oh Happy Day“.

Blues
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts formte sich der Blues als „moderne“ musikalische Ausdrucksform für den Leidensdruck der Afro-Amerikaner. Die afrikanischen Wurzeln hatten sich inzwischen mit anderen, auch europäischen Einflüssen, verbunden und den Weg für neue multikulturelle Entwicklungen freigemacht. Wer den Blues hat, ist tief traurig. Diese blaue Form des melodiösen Wehklagens wurde durch Bessie Smith populär und lebt heute in Eric Clapton weiter.

R&B
Blues wurde um 1940 zum stärker akzentuierten Rhythm and Blues (R&B) ausgearbeitet und mutierte zum Ende des zweiten Weltkrieges zu populärer schwarzer Pop-Musik, die nur der Unterhaltung dienen sollte. Louis Jordan wurde damit berühmt und animierte durch seinen Erfolg Ike und Tina Turner zu ihrer mehr gitarrenlastigen Interpretation dieses Musikstils. R&B war als U-Musik so erfolgreich, dass weiße Musiker ebenfalls damit experimentieren wollten: Das war die Geburtsstunde des Rock’n Roll mit Chuck Berry.

Soul
Soul war ein direkter musikalischer Nachkomme von R&B und Gospel und entwickelte sich Ende der 1950er Jahre. In den 60ern wurde Soul mit schwarzer Pop-Musik praktisch gleichgesetzt und erhob sich zum mächtigen Werkzeug der Bürgerrechtler, die die Rassentrennung endlich abschaffen und die Gleichberechtigung herbeiführen wollten. Die Titel von Dionne Warwick (zweimalige Grammy-Preisträgerin), James Brown („Say It Loud – I’m Black And I’m Proud“; 1968) und Aretha Franklin („Respekt“; 1967) sprechen für sich.

Jazz
Jazz, zumindest in seinen wesentlichen Stilrichtungen, ist ebenfalls eine Form afroamerikanischer Musik. Negersklaven in New Orleans begründeten diese Musikform um 1900 und brachten damit eine enorm wandlungsfähige Stilrichtung auf, die sich auch heute zahlreicher Liebhaber erfreut. Jazz ist in seiner kulturellen Bedeutung der europäischen klassischen Musik gleichzusetzen.

Funk
Ende der 60er Jahre schien alles, was sich inzwischen klanglich ausdifferenziert hatte, wieder zusammenzufließen. Im Funk verschmolzen Soul, R&B und Jazz und begründen Disco, Hard Rock und Hip-Hop als Lebensgefühl. Funk ist eine ausgesprochen rhythmische und mit Synkopen gespickte Musik, die mit Bläsern, Bass und Rhythmusgitarre direkt in die Beine geht. Der unvergessene James Brown hat als „Sex Machine“ den Funk unsterblich gemacht, während Herbie Hancock neue Synthesen suchte und fand.

Rap
Anfang der 80er Jahre findet sich im Rap das ursprüngliche Frage- und Antwortthema fast in Reinkultur wieder. Zwei oder mehr Künstler liefern sich ein wechselseitiges Sprechgesangsduell auf der Basis reiner Improvisation. Abgesehen von weißen Ausnahmeerscheinungen wie Eminem oder den Beasty Boys ist die afroamerikanische Musik jetzt auch fast wieder komplett in schwarzen Händen, wie Run-DMC und LL Cool J zeigen.

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