Country Musik - Geschichte, Stilrichtungen und prägende Vertreter

Tagged:

Die erste Country-Schallplatte wurde im Juni 1923 gepresst. Danach dauerte es nur gut zwei Jahre, bis im November 1925 die Grand Ole Opry Show an den Start ging. Diese wöchentliche Radiosendung aus Nashville genießt bis heute Kultstatus bei eingefleischten Country-Fans. Obwohl sich die Produzenten hinsichtlich der potentiellen Publikumswirksamkeit einiger Künstler durchaus als nicht treffsicher erwiesen. So trat am 2. Oktober 1954 ein junges Talent namens Elvis Presley in dieser Show in die Radioöffentlichkeit. Nach der Darbietung seiner Musik empfahl man ihm angeblich, lieber wieder als Lastwagenfahrer zu arbeiten. Diesem Rat ist er, wie wir wissen, glücklicherweise nicht gefolgt.

Im August 1927 wurden die Carter Family (mit ihren Interpretationen der altertümlichen irischen und englischen Balladen) und Jimmie Rodgers, „America's Blue Yodeler“, zu den ersten großen Stars am Country-Himmel.

Zwei Jahre später kam es zu dem Grund, warum Country später mit Western in einen Topf geworfen wurde. Denn: 1929 betraten die ersten singenden Cowboys (z.B. Gene Autry, Tex Ritter, Roy Rogers) die Filmleinwand und das Billboard Magazine fasste Country und Western fortan in einer einzigen Charts-Rubrik zusammen. Die Westernmusik wurde zwar eine prägende Stilrichtung des Country, darf aber dennoch nicht mit ihr gleichgestellt werden.

Bob Wills und seine Texas Playboys spielten 1934 den ersten Western Swing Titel ein und ein Jahr später entstand in Texas der Honky Tonk. Diese Musik war buchstäblich dafür geschaffen, in der rauhen und brutalen männerdominierten Welt zwischen Ölförderanlage und dunkler verruchter Kneipe (einer „Honky Tonk“) für lautstarke Stimmung bei wettergegerbten trinkfesten Arbeitern zu sorgen.

Fünf Jahre danach, 1940, wurde Bill Monroe mit der Stilrichtung des Bluegrass populär. Seine größten Erfolge waren „Blue Moon of Kentucky“ und „Kentucky Waltz“.

Hank Williams war in 1949 erstmals zu Gast in der Grand Ole Opry. Er sollte im Verlauf seiner Karriere Größen wie Johnny Cash und Bob Dylan maßgeblich inspirieren.

Gut vier Jahre später wurde in Memphis der Rockabilly geboren, eine der Spielarten des Rock 'n' Roll. Die Eltern waren Rhythm & Blues und Country. Der erster Rockabilly-Titel war „That’s alright, Mama“ des damals 19-jährigen Elvis Presley. Trotz des Verrisses durch die Grand Ole Opry Show sollten später Namen wie Buddy Holly, Eddie Cochran und Gene Vincent folgen.

In die Jahre um 1955 fiel die Erschaffung des Nashville-Sound durch Chet Atkins als ländliche Antwort auf den Rock.

Country-Rock startete um 1968 von Kalifornien aus seinen Siegeszug in die Herzen der Fans. Byrds, Monkees, Lynyrd Skynyrd und die Allman Brothers Band. aber auch die Eagles und nicht zuletzt Crosby, Stills und Nash haben sich hier in den Charts die Ehre.

Ab 1970 gruppierten sich einige texanische Country-Musiker zu der Outlaw-Bewegung und rebellierten mit großem Erfolg gegen das bis dahin vorherrschende Nashville Establishment. Der größte und bekannteste Outlaw der ersten Stunde war zweifelsohne Johnny Cash (1932-2003), der mit seiner aufmüpfigen Art und seinen rauhen Texten über Strafanstalten und Revolverhelden berühmt wurde.

Trotz aller Rauhbeinigkeit suchte Country ab 1980 den Schulterschluss mit der Popmusik, was Dolly Parton und Kenny Rogers populär machte. Diese „Verwässerung“ erzeugte prompt ab 1986 die akustische Gegenwehr der Neo-Traditionalisten, eingeleitet durch Randy Travis, Steve Earle und Lyle Lovett.

Auf der Suche nach optimaler Vermarktbarkeit läutete ab 1990 New Country das Zeitalter hoher Verkaufszahlen ein. Garth Brooks, Faith Hill, Shania Twain, LeAnn Rimes und Lee Ann Womack verhalfen dem Kommerz zum Sieg über den wieder aufgekeimten Traditionalismus. Damit auch wirklich alle Zielgruppen angesprochen werden konnten, gab es Alternative Country als Zugabe obendrein. So konnte sich auch die „Generation Punk“ authentischem Country-Genuss hingeben. R.E.M. mögen hier stellvertretend für viele Künstler genannt sein.

Inhalt abgleichen